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Dr. Jürgen Näther,
28.11.2017

Inklusive Stadtteilschule – wie geht es weiter?

Auf eine an alle Mitglieder der SPD Hamburg-Nord gerichtete Einladung kamen am 21.11.17 knapp 20 Mitglieder aus mehreren Distrikten zusammen, um sich des Themas „Inklusive Stadtteilschule“ anzunehmen. Hintergrund war ein vom Distrikt Langenhorn-Nord der Kreisdelegiertenversammlung am 3.11.17 vorgelegter Antrag, der vertagt worden war, um Gelegenheit zu vertiefter Beratung zu geben.

Wie vom gastgebenden Distrikt Mühlenkamp vorgeschlagen, konzentrierte sich die Veranstaltung auf Aussagen der Antragsteller zur Inklusion, die als grundsätzliche Kritik an Konzept und Praxis der Inklusion in Stadtteilschulen verstanden worden war: Die „unreflektierte Form der Inklusion vergrößert die Bandbreite der Klassen noch weiter, benachteiligt damit alle Schüler und erhöht die Belastung der Lehrer“, hieß es da; und „Bedürftige Schüler müssen gezielt und wenn notwendig in separaten Gruppen durch Fachkräfte gefördert werden.“

Dass am Ende der Veranstaltung Einvernehmen darüber hergestellt werden konnte, dass die Inklusion an den Hamburgischen Schulen und auch an den Stadtteilschulen insgesamt auf einem guten Wege ist, war nicht zuletzt einer ausführlichen Einführung in das Thema durch die Leiterin der Stabsstelle Inklusion in der Behörde für Schule und Berufsbildung, Frau Dr. Angela Ehlers, zu verdanken. Sie legte dar, dass die Personalausstattung der Schulen ihrer zweifellos anspruchsvollen Aufgabe entspricht und auch auf besonders schwierige Problemlagen angemessen reagiert werden kann – beispielsweise durch die Einrichtung temporärer Lerngruppen, Schulbegleitung und Kooperation mit der Jugendhilfe. Sie machte insbesondere klar, dass das gemeinsame, vom Prinzip der inneren Differenzierung bestimmte gemeinsame Lernen aller der Regelfall sein und bleiben müsse und auf aussondernde Maßnahmen so weit wie irgend möglich zu verzichten sei.

Im Verlauf der Diskussion, die über weite Strecken den Charakter eines Fachgesprächs annahm, wurden Probleme wie die noch unzureichende gesellschaftliche Akzeptanz inklusiven Lernens, fachliche Mängel und die dauernde Aufgabe der Unterrichtsentwicklung offen benannt; bemerkenswert, dass das in der öffentlichen Diskussion nicht selten vorgetragene Argument, es fehle an wesentlichen Gelingensbedingungen wie einer hinreichenden räumlichen und personellen Ausstattung, nicht nur nicht unterstützt, sondern mehrfach ausdrücklich zurückgewiesen wurde.

Dies galt auch für die Antragsteller, die deutlich machten, dass die von ihnen formulierten Bedenken Schwierigkeiten der Praxis reflektierten und nicht als grundsätzliche Kritik zu verstehen sei.

Dass all dies Konsequenzen für den Antragstext haben muss, dürfte auf der Hand liegen. Konsequenzen für das weitere Verfahren – ob die Antragsteller eine überarbeitete Version vorlegen werden oder die Antragskommission Vorschläge machen sollte – wurden nicht explizit erörtert.

Jürgen Näther ist Mitglied im Vorstand der SPD Mühlenkamp.