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Elisabeth Schilling,
28.10.2019

Beste Nachricht aus dem Willy-Brandt-Haus 53 Prozent der SPD-Mitglieder beteiligen sich an der Abstimmung zum Parteivorsitz

Foto: Elisabeth Schilling

Es hätte ihm gefallen: Willy Brandt wäre beeindruckt gewesen von dem „Mehr an Demokratie“, das die SPD mit der Wahl einer Doppelspitze für die Partei gewagt hat. Er wäre begeistert gewesen, dass über die Hälfte der Genossinnen und Genossen ihre Chance wahrgenommen haben, erstmals in der Geschichte der SPD für ein Kandidaten-Team zu stimmen. Er wäre erfreut über den Eifer und die gute Laune gewesen, mit der über 150 Wahlhelferinnen und -helfer beim Stimmenauszählen geholfen haben. Die Mitarbeiter/-innen der Parteizentrale hatten für die Auszählung alles bestens vorbereitet, und das lichtdurchflutete Haus mit den großflächigen Fenster-Fassaden, dem Atrium mit Glasdach und gläsernem Fahrstuhl, den blickoffenen Treppenaufgängen und Emporen machte dem Anspruch an ein transparentes Beteiligungsverfahren symbolisch alle Ehre.

Zwischen sechs und 18 Uhr haben wir zehntausende Stimmzettel auseinandergefaltet, sortiert und gezählt, die nicht im Online-Verfahren sondern per Briefwahl die SPD erreichten. Es waren lange Tischreihen mit roten Kisten aufgebaut, in die jeweils die Zettel mit den einzelnen Teams gestapelt wurden. Läufer brachten diese zu den Auszählern, die Kreuze in Zehnerblöcken auf eigenen Zählformularen machten. Wieder andere addierten die Ergebnisse dieser Bögen; die Mandatsprüfungskommission beurteilte die Korrektheit und machte Stichproben. Alles lief auf Hochtouren!

Es wurde ein langer Tag mit spannenden Gesprächen, in denen wir Genossinnen und Genossen aus vielen Landesverbänden uns über unsere Parteiarbeit, Berufe, Arbeitslosigkeit, Studienperspektiven, über politische Themen wie neue Wohnformen und alternative Verkehrsstrategien ausgetauscht haben. Dabei gab es auch persönliche Einblicke in Lebenserfahrungen, und natürlich hatten wir auch viel Spaß zwischendurch beim gemeinsamen Essen und in den Pausen.

Gegen 18 Uhr war unsere Spannung zum Zerreißen, es galt bis dahin höchste Geheimhaltungsstufe! Handys mussten während der ganzen Dauer abgegeben werden, damit nicht vorzeitig ein Trend nach draußen dringt. Wer von Euch die Pressekonferenz verfolgt hat, konnte nach der etwas umständlichen Erklärung über die Mandatsprüfung ein erleichtertes und erfreutes Gewinner-Team Olaf Scholz und Klara Geywitz dicht gefolgt von Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken erleben. Zwischen den beiden mit Abstand vorne liegenden Teams wird es nun eine Stichwahl geben. Es geht um eine Richtungsentscheidung, bei der der Verbleib in der Koalition eine wesentliche Rolle spielen wird. Hoffentlich werdet Ihr alle ein zweites Mal Eure Stimme abgeben! Denn – wie gesagt, das beste Ergebnis bei dieser Mitgliederabstimmung war Eure Beteiligung. Über die Hälfte unserer 425.000 Mitglieder haben mitgemacht! Dass die politischen Weichen neu gestellt werden, haben jetzt wir Genossinnen und Genossen in der Hand! Nehmt diese historische Chance wahr!