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16.07.2019

Veloroute 13 Gertigstraße soll Fahrradstraße werden und auf den Gehwegen mit mehr Platz zum Flanieren einladen

Foto: Sell/ SPD Mühlenkamp

Tägliche Enge auf dem Fußgängerweg der Gertigstraße, zumal wenn neben abgestellten Fahrrädern noch irrige Verkehrsschilder Platz wegnehmen.

Die Planungen für die Veloroute 13 und den Umbau der Gertigstraße schreiten voran. Wie der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) bekannt gibt, soll die Gertigstraße zur Fahrradstraße umgebaut werden; auf dieser können auch PKW und LKW mit bis zu 30 km/h fahren.

Die ca. 515 Meter lange Gertigstraße verbindet den Mühlenkamp und die Barmbeker Straße (B5) und wird Teil der Ringstraße und Veloroute 13, die auf insgesamt 13 km vom Bezirksamt Altona bis zur U-Bahn-Station Burgstraße führen wird. Das Netz aller 17 Velorouten soll den Fahrradverkehr in Hamburg stärken und schneller machen.

Die heutige Verkehrssituation auf der Gertigstraße ist für alle unbefriedigend. Die Fahrradwege sind derzeit so schlecht, dass sie nicht benutzt werden müssen: drei Viertel der Fahrradfahrer nutzen schon heute die Fahrbahn. Der Platz auf dem Fußgänger- und Fahrradweg ist beengt (auch wegen abgestellter Fahrräder und der Außengastronomie), der Autoverkehr kann häufig nicht fließen, weil Autos in 2. Reihe halten und be- oder entladen werden, die Parkplätze sind oft zu schmal und entsprechen nicht heutigen Standards.

Die Ziele der Umgestaltung sind:

  • Die Planungen sollen die Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger verbessern.
  • Es soll kein Baum gefällt werden.
  • Das Gewerbe muss erreichbar bleiben.
  • Und es sollen mehr Fahrradstellplätze geschaffen werden.

Die jetzt (im Sommer 2019) vorgestellten Pläne nehmen die Diskussion der Veranstaltung zur Bürger*innenbeteiligung vom 27. November 2018 im Goldbekhaus auf. Damals hatten sich die meisten der Anwesenden für eine Fahrradstraße ausgesprochen, die für motorisierten Verkehr freigegeben ist. Anders als bei einer Tempo-30-Zone kann bei der Fahrradstraße die Gertigstraße Vorfahrtstraße wie bislang bleiben, was eine zügigere Durchfahrt ermöglicht als die Rechts-vor-links-Regelung einer 30er-Zone. Die Fahrradwege auf den Fußwegen werden zurückgebaut und alle Räder verkehren künftig auf der Fahrbahn (Kinder bis 10 Jahren ausgenommen).

Bei der Bürger*innen-Veranstaltung im November wurde ausdrücklich gewünscht, dass der Zebrastreifen in Höhe Forsmannstraße erhalten bleiben soll. Fußgängerüberwege sind jedoch in Straßen mit Tempo 30 eigentlich nicht vorgesehen. Der LSBG sagt, er wolle eine neue Zählung von Autos und Fahrrädern durchführen und danach eine Entscheidung treffen. Damit die Zählung repräsentativ ausfällt, muss die jetzige Umleitung des Verkehrs aufgrund der Bauarbeiten am Hofweg beendet sein, die u.a. die Busse bis zum September 2019 durch die Gertigstraße führt. Daher ist in der jetzigen Planung der Zebrastreifen vorläufig unverändert vorgesehen. Die SPD Mühlenkamp wird sich dafür einsetzen, dass dies so bleibt.

Im Zuge der Umgestaltung wird übrigens auch Barrierefreiheit durch neue taktile Elemente geschaffen. 67 neue Fahrradabstellbügel ermöglichen Platz zum Abstellen von Fahrrädern. Die Zahl der Auto-Parkplätze reduziert sich geringfügig von 82 auf 78. Alle Bäume bleiben erhalten, was wir sehr begrüßen; aufgrund der Enge können keine neuen Bäume gepflanzt werden. Die Bauarbeiten sind übrigens für das dritte Quartal 2020 vorgesehen.

Mit der Planung wird sich der Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude voraussichtlich am Montag, dem 19.08.2019, befassen. Die Sitzung ist öffentlich, so dass Sie Ihre Standpunkte vorbringen können. Die aktuellen Infos zur Planung der Gertigstraße finden Sie hier: https://lsbg.hamburg.de/gertigstrasse/11702392/gertigstrasse/

Update (6.8.2019): Inzwischen haben Medien wie Abendblatt, Morgenpost, Bild und der NDR über die geplanten Maßnahmen berichtet. Sie berichten, dass Bernd Kroll, der als Vertreter der Interessengemeinschaft Mühlenkamp auftritt, aber nicht als CDU-Mitglied der Bezirksversammlung vorgestellt wird, von einem "Umgang wie zu Kaisers Zeiten" spricht. Er hat den Prozess der Bürgerbeteiligung vom November 2018 offenbar verschlafen und wiegelt nun die Unternehmer auf. Diese werden von einer Aufwertung des Quartiers jedoch profitieren.